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Das ist unser Hund Billy , ein Münsterländermischling im Jänner 1995.

Ich konnte mir nicht vorstellen, einen Hund zu haben, bis der Wunsch meines jüngsten Sohnes so groß wurde.

Seine Volksschullehrerin hatte gezüchtet, und den ältesten und dicksten Welpen, genannt „der faule Willy“ , wollte niemand haben. Sie brachte die jungen Hunde in die Klasse mit und Clemens hatte nur mehr den einen Wunsch, einen Hund zu besitzen.

Als ich den lieben, kleinen Kerl sah, war es auch um mich geschehen. Mit 8 Wochen , am Dreikönigstag 1995, holten wir ihn zu uns nach Hause.

Wir gaben ihm den Namen Billy, weil er die ähnlichen Silben schon gewohnt war.

Die erste Nacht schlief ich auf der Küchenbank und er darunter im Körberl. Ich wollte damit verhindern

  1. daß er in unserem Schlafzimmer sein will, womöglich im Bett!
  2. daß er traurig ist, in der ersten Nacht, ohne seine Mutter und seine Geschwister.
  3. daß ich nicht versäume, ihn hinauszulassen, wenn er muß.

Wer weiß, wie gerne kleine Hunde ihre Zähne benutzen – am liebsten die Hände ihrer Besitzer kauend – wird verstehen, daß ich einen Beißkorb kaufte, um die Tageskinder zu schützen. Aber das war gar nicht notwendig.

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Billy macht unsere gemeinsame Zeit schöner, interessanter, intensiver und liebevoller.

Es ist Sachkunde pur, wenn wir seine Ohren, Zähne, Pfoten und Krallen bewundern und beim Streicheln die Brustwarzen entdecken.

Wenn ein Kind zum Eingewöhnen bei uns ist, versucht er durch seine Präsenz die Atmosphäre zu entspannen. Das Füttern von Billy hat schon viele Tageskinder abgelenkt.

Wenn nur ein Kind bei mir ist, zum Beispiel am Nachmittag, ist ein Spaziergang mit unserem Hund ein Höhepunkt.

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Inzwischen ist Billy alt geworden. Er schläft auch untertags oft lang in seinem Korb.

Ein größerer Bub sagte einmal:“Da schnarcht wer, wie mein Papa!“

Und trotzdem fließt die Liebe ungebrochen. Wenn Billy bei der Begrüßung nicht beim Haustor erscheint, fragen die Kinder gleich: „Wo ist Billy, schläft er noch?“

Mit diesem Bericht möchte ich ihm D A N K E sagen

  • für seine Treue,
  • für seine verläßliche Hilfe, auch wenn ich ihn aufwecke, weil ich ihn brauche,
  • für die unzähligen Stunden in der Natur,
  • für seine einfühlsame Präsenz und große Geduld, wenn Kinder kamen, die Angst vor Hunden hatten und wir diese miteinander abbauten.

Elisabeth und ihre Tageskinder.

P.S. Über diesen Winter bekam Billy einen Talgdrüsenknoten, der vor 10 Tagen zu bluten begann. Eine Operation war unumgänglich. Zum Glück ging Alles gut vorbei. Am Freitag wurde der große Verband, der fast wie ein Sattel aussah, entfernt. Da sahen wir die 13 Nähte. Jetzt muß nur mehr sein schönes Fell wieder wachsen!

MAI 2008:Das Fell wächst. Billy geht es gut. Wenn wir in Sparbach zum Wochenende spazierengehen, läuft er die große Wiese hinauf, die Ohren flattern und er wirkt sooo jung! Am Rückweg trottet er schon recht langsam zum Auto. Er schläft viel und lang, ist schlank geworden, die letzte Zeit. Er hört auch nicht mehr gut. Aber er ist da, wenn wir ihn brauchen!

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Am Mittwoch, den 16. Juli 2008, ist UNSER BILLYHUND für immer eingeschlafen. Er war schon sehr krank, hatte Diabetes, Lungen- und Herzschwäche, und viel zu schwache Muskeln, um seinen großen Körper noch zu tragen. Die letzten Stunden lag er nur mehr auf unserer kleinen Wiese. NINA und LEON haben ihn immer wieder während des Tages so lieb gestreichelt.

Mein ältester Sohn machte es möglich, unseren Billy daheim zu begraben. Um mit meiner Trauer besser umzugehen, habe ich einen Rosenstock auf sein Grab gesetzt. Er fehlt uns sehr!!!

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So wie Billy an einem besonderen Tag – dem Dreikönigstag – in unser Haus gekommen war, verließ er es auch an einem besonderen Tag: 16.07.08 ist der Geburtstag von Shri ALI, dem Ehemann von Shri FATIMA, der Tochter des Propheten Mohammed. Dieser Tag wird auch als Vatertag im Iran gefeiert.

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MAXIMILIAN sagt am Freitag, nachdem er das Grab angeschaut hat:“ Brauchst nicht traurig sein, Tante Sissy, du hast ja noch den Moritz, die Daisy und die Goldfische!“

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Am Mittwoch, den 13.10.2008 kamen Laura(6 JAHRE) und ihre Mama mit drei dunkelroten Rosen für Billy zu mir.

FLICKR-FOTO von BARBIO.

Die große Laura (8 JAHRE) und ihre Schwester Caroline (6Jahre) brachten einen großen Chrysanthemenstock für Billy`s Grab. Es war rührend diese unvergessenen Stunden mit diesem besonderen Spielgefährten zu spüren.

Die anschließende Jause schmeckte gut, Sofie (8 JAHRE) und Hannah ( 1 1/2 Jahre) waren auch noch zum herbstlichen Wiedersehen gekommen. Sie brachten mir etwas zum Verwöhnen und viele Vitamine, damit ich gesund bleibe. Zum Abschluß gab es auf allgemeinen Wunsch „DIE BIENE MAJA“ auf Video.

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Heute kam NINA zu Besuch. Ihre Mama erzählte mir, wie sie den Verlust von BILLY verarbeitet. Nina war ja von meinen Tageskindern die meiste Zeit mit Billy zusammen. Ein ganzen Jahr gingen wir mit unserem Billy an 2 – 3 Nachmittagen pro Woche spazieren. NINA fand bei ihrem Babyspielzeug einen Nachzieh-Hund, den sie BILLY nannte. Sie redet immer wieder mit ihm, bindet ihn an einen Sessel und erzählt ihm, daß sie bald wiederkommt und er brav warten soll. So hatten wir es beim Penny-Markt oder am Spielplatz immer praktiziert.

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„KINDER, DIE MIT HUNDEN AUFWACHSEN, HABEN EIN VERMINDERTES ALLERGIERISIKO! stand im GESUNDHEITS-KURIER am 30.04.2008.

Elisabeth.