Das Eingewöhnen ist von Kind zu Kind verschieden. Ich hatte schon Kinder, die erst beim nach Hause gehen geweint haben. Da waren die Eltern natürlich auch gefordert. Aber das normalisierte sich genauso wie die gängigere Variante.

Meistens verabschiedet sich der Elternteil und geht ins Vorzimmer, oder in den Garten und kommt dann wieder, die Zeitspanne richtet sich nach der Reaktion des Kindes. Das Handy hilft sehr, wenn die Eltern dann das Haus verlassen.

Es ist ein Kennenlernen von uns dreien:

DIE MUTTER ODER DER VATER, DAS KIND UND ICH

Sehr deutlich war der Eingewöhnungsprozeß bei Sofie (11 Monate alt). Ich fühlte, daß wir DREI einen hohen Berg erklimmen, weil Sofie so vehement protestierte. Sie spürte einfach, daß ihre Mutter noch nicht ganz sicher war, ob sie zu arbeiten beginnt, oder nicht. Erst als ihre Mutter, von Sofie´s Papa bestärkt, entschlossen war, einmal in der Woche zwei Stunden zu arbeiten, merkte ich, wie wir Fortschritte machten. Es dauerte drei Wochen, in denen Sofie drei Mal kam.

Die Arbeit mit Kindern ist ein unendlich weites, interessantes, freudebringendes Feld für mich. Bei einer schwierigen Eingewöhnungsphase denke ich oft, „Warum tue ich mir das an?“ Aber wenn man die Fortschritte erlebt und die Kinder beginnen Spaß zu haben, ist es so ein tolles Gefühl:

WIR HABEN ES GESCHAFFT!!!

FLICKR-FOTO von melissann.

Auch wenn Kinder schon super eingewöhnt sind, gibt es immer wieder Tage, wo sie nicht bleiben wollen. Alle unsere Phantasie ist gefragt:

  • Kerzenausblasen verscheucht die Müdigkeit (ist auch gut für die sprachliche Entwicklung)
  • Tiere füttern,
  • Kochen oder Backen helfen,
  • Wasserfarbenmalen entspannt und befreit,
  • MOZARTMUSIK WIRKT WUNDER – auch bei mir!

Wenn sich das Kind überhaupt nicht beruhigen läßt, rufe ich die Eltern an. Da entspannt sich die Situation schon. Ich erzähle, daß Mama oder Papa schon im Auto sitzen und noch ein Stück fahren müssen…

Das Kind bekommt so die Gewißheit,

  • daß wir sein Bestes wollen,
  • daß sein Hilferuf gehört wird,
  • daß es respektiert wird.

Ich rufe auch an, wenn es sich beruhigt hat, denn auch den ELTERN soll es gut gehen!

Oft habe ich schon beobachtet, daß solche Situaionen auftreten, wenn die Kinder Entwicklungsschübe durchmachen. Sie brauchen dann einfach mehr NESTWÄRME. Man hat dann das Gefühl,

  • es ist reifer geworden,
  • die Figur streckt sich und der Babyspeck verschwindet,
  • das Gesicht verändert sich,
  • es hat motorisch aufgeholt,
  • der Wortschatz wächst enorm.

Heute wollte Dorothea nicht dableiben. Sie weinte sehr und die Mutter verabschiedete sich schnell. Da sie ein sehr musikalisches Kind ist, hat sie CHARLOTTE RINGLOTTE gleich ihren Schmerz vergessen lassen.

Ich holte dann eine Schüssel mit Milch und wir rührten den Apfeltatschkerlteig an. Als ich die Eier in die Milch plumpsen ließ, lachte sie schon. Dorothea rührte mit der Schneerute langsam um. Ein Dotter war schon zerfallen und bildete dunkelorange kleine Flecken in der Milch. Der andere lag noch in der Mitte der Schneerute. Wie hätte ich das ohne Dorothea mit Genuß beobachten können?

Jedes Kind ist so ein besonderes, einzigartiges Geschöpf! Gerade in diesem Alter zwischen 1 1/2 und 4 Jahren, lernen sie so viel, entwickeln sie sich so sehr und ich darf sie begleiten!

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Jetzt, im Herbst 2008, habe ich zwei besondere Kinder zum Eingewöhnen: SIMON und NINA. Sie haben beide noch nicht bei mir geweint, obwohl sie schon zwischen 1/2 und 1 1/2 Stunden bei mir alleine waren. Heute verabschiedete sich Nina sogar mit Handkuss bei mir! Das ist einfach SUPER!

ELISABETH.