Vormittags läutet es an der Haustüre. MORITZ und seine Familie besuchen uns. Vor zehn Jahren war er mit seinen Eltern für drei Jahre nach Österreich gekommen. In der Zeit war Moritz für zwei Jahre mein Tageskind. Ein sehr lebhaftes und wißbegieriges Kind.

Als er einmal mit den Eltern im Wald spazieren ging, erklärte er seinem Papa:“DAS IST EIN BOCKERL!“ Dieser war verwundert, in Deutschland sagt man nur Zapfen. Die Mutter meinte nur:“Er ist bei einer österreichischen Tagesmutter!“

Inzwischen hatte Moritz einen Bruder bekommen, Robin kannte ich von den Briefen zur Weihnachtszeit. Derzeit machten sie Segelurlaub am Neusiedler See. ihre erste Frage galt den Schildkröten, Billy war sowieso zur Begrüßung erschienen.

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Als wir im Sommer in den Park gehen, treffen wir SIMONE mit ihrer Mama. Sie soll im September in unserer Hauptschule beginnen und ihre Mama zeigt ihr den Schulweg. Eigentlich kann sie sich nicht mehr an mich erinnern, bleibt aber gerne über die Mittagszeit bei uns. Sie ist ein großes, wohlerzogenes Mädchen geworden. Mit MORITZ bildete sie damals bei mir ein richtiges „LACHWURZENTEAM“:

FLICKR-FOTO von mir.

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Vor Weihnachten ging ich mit Billy zum Pennymarkt einkaufen. Billy kennt das schon und wartet eine gewisse Zeit angeleint ganz brav draußen. Ich stehe schon bei der Kasse, auf einmal ruft jemand ganz laut“Tante Sissy!“ es war LAURA. Es war so eine Riesenfreude als sie herrannte und mich umarmte.

Ihre Schwester CAROLINE, die auch mein Tageskind war begrüßte mich auch. Die Mama erzählte, daß die Mädchen Billy erkannt hatten und mich unbedingt sehen wollten. Wir machten dann gleich ein Treffen für die nächste Woche aus.

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Es läutet an der Türe am Sonntagvormittag. Ein junger Mann steht draußen und sucht seine Katze. Er schaut im Hof auf die Dächer und sieht sie nicht. Als ich auf das Nachbarhaus deute, meint er,“ Da ist sie nicht, da wohnen wir!“ Mein Mann hatte mir schon erzählt, wer da vor kurzem eingezogen ist und so frage ich:“Bis du der MARKUS?“ Er bejaht und wundert sich, daß ich mich noch erinnern kann.

Ich schaute dann nach, er war mein 5. Tageskind und ist schon 16 Jahre alt!

MARKUS war immer zu Späßen aufgelegt. Er hatte schwarze Haare und blaue Augen, wie der Mann meiner Träume. Er hatte so ein Blinken in den Augen. Ich konnte ihm nicht böse sein.

Ich erinnere mich noch gut an seine Jause. Er hatte immer ein KINDERPINGUI mit. Das aß er mit Genuß und einmal kaufte ich mir Eines, um zu wissen, wie es schmeckt.

FLICKR FOTO von mir: MARKUS und CLEMENS im Frühling 1994.

Mit MARKUS war auch NIKOLA bei mir. Sie war mehr introvertiert, hatte blaue Augen und blondes Haar. Ich ging ganz stolz mit diesen schönen Kindern spazieren.

FLICKR FOTO von mir. NIKOLA und MARKUS im Frühling 1994.

Manchmal traf ich den Onkel von Markus und fragte nach ihm. Gesehen hatte ich ihn nie mehr.

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An einem Samstag vormittag läutete es an der Haustüre. LAURA und ihre Mama Kathi waren zu Besuch gekommen. Am Vortag erklärte Laura einer Freundin:“Die Tante Sissy gehört mir!“ Nach mehr als 9 Monaten im Kindergarten schaute sie sich wieder Alles an. Laura begrüßte Billy, den sie immer sooo gerne hatte, spielte mit den Spielsachen, nur Moritz, unsere Schildkröte fanden wir nicht. Ich bekam eine Geburtstagseinladung für nächste Woche.

Etwas später, so wie besondere Gäste es tun, erschienen Billy und ich auf Lauras Geburtstagsparty. Das war ein HALLO im Stiegenhaus! Die liebevoll von ihrer Mama gestaltete Prinzessinnen – Guglhupf – Marzipantorte mit den kleinen Röschen werde ich nie vergessen. Sie schmeckte auch Allen gut. Zum Abschluß ging Laura mit Billy an der Leine. Sie meinte: „Er hat mich noch immer lieb!“

Foto von fonticulus (Flickr).

Weil beide Buben krank waren, ging ich mit Nina und Billy in den Park. Am Weg trafen wir Benjamin und Elias mit ihrer Mama. Es waren ja Ferien. Sie freuten sich so, Billy wiederzusehen. Elias meinte:“ Ich habe den Billy gleich erkannt und er mich auch!“ Sie begleiteten uns dann in den Park und dort wechselten sich Benjamin und Elias beim Leinegehen mit Billy ab. Der folgte wie ein Lamm – ausnahmsweise!

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Mein Mann und ich gehen zum Gospelkonzert. Wir treffen HANNA und ihre Mama. Sonja fragt mich: „Wieviele Tageskinder hast du denn zur Zeit?“ Ich antworte: „Ich habe fünf Kinder.“ Hanna meint: „Ich habe ein Kind!“ Sonja, ihre Mama fühlt sich gleich betroffen und wir lachen alle. Ich erzähle dann von unserer Kinderärztin Dr. Prager, die mir beim ersten Kind erklärte, daß Kinder die Eltern erziehen. Das konnte ich mir damals überhaupt nicht vorstellen. Jetzt weiß ich es besser.

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Gestern war ich mit guten Freundinnen unterwegs und beim Heimfahren läuteten wir bei der Familie von AVI an. Als er mich sah, leuchteten seine Augen, er erkannte mich gleich. Seine Mama kommt aus Indien. Sie ist eine tolle Hausfrau, die uns gleich mit einem Abendessen verwöhnte.

Avi war am Beginn ziemlich schwierig, weil er mit allen Kindern kämpfen wollte. Er hat riesengroße blaue Augen. Wenn er nicht gefolgt hatte und mich dann anschaute und „SISSY-OMI“ sagte, schmolz ich dahin. Trotzdem wurde er ganz brav, wie meine Tageskinder bald feststellen konnten.

Gestern erzählte er mir vom Kindergarten, sein Freund heißt Christopher. Mit seinem 1 1/2 jährigen Bruder kann er auch schon raufen, meinte er. Es war ein Abend voll Freude.

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Heute am 20.05.09 war ich mit SIMON und ELIAS am Spielplatz. Von weitem sahen wir schon die großen Kinder. Es waren 2 Schulklassen, die ihren Turnunterricht im Park genossen. Ob ich jemanden kenne? fragte ich mich.

Auf einmal sah ich CAROLINE mit einer Gruppe Kinder durch den Park laufen. Als sie wieder zurückkam, rief ich sie. Sogleich kam sie her und umarmte mich so lieb. Ihre Freundin fragte dann:“Ist das Deine Oma, CARO?“ Vor 2 Tagen hatte ich mit ihrer Mama ein Treffen für Juni ausgemacht! Laura und Sofie werden auch kommen.

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Gestern, am 23.07.09 traf ich Laura bei der Nestroyvorstellung:“Das Mädl aus der Vorstadt“. Sie erzählte mir vom Urlaub am Bauernhof. Es gab junge Kätzchen dort. Eines mit dem Namen Peter. Der hat ihr so gut gefallen. Er fühlte sich so wohl bei ihr,d aß er auf Laura´s Bett einschlief. In zwei Wochen darf sie ihn zu sich nach Hause holen!

FLICKR-FOTO von Q8LT.net.

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Heute traf ich zufällig die Mutter von SEBASTIAN. Vor vielen Jahren war er auch mein Tageskind. Sie erzählte, er ist schon 14 1/2 Jahre und 1,85 m groß. Zur Zeit besucht er die GOLF-HAK in Stegersbach. Er wollte immer Sport machen, wußte aber nicht, welchen. Auf der Sportwoche in der Schule lernte er dann Golf kennen. Er war so begeistert, daß er dafür sogar ins Internat ging. Es ist sehr zeitintensiv dort. Fernseher gibt es keinen in der Schule.

Um 6 Uhr45 heißt es aufstehen,

um 7 hr 30 beginnt die Schule.

Bis mittag ist Unterricht und dann ist für 3 Stunden Golf angesagt.

Nachher gibt es wieder Unterricht und später müssen auch Hausaufgaben gemacht werden. SEBASTIAN erlernt 2 Fremdsprachen: Englisch und Italienisch.

Ich finde es toll, wenn die Kinder ihre Leidenschaften leben dürfen und glücklich sind. BRAVO, SEBASTIAN!!!

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AmParkplatz begegne ich MAXIMILIAN`S Mama. Sie erzählt vom Schulbeginn: Die Lehrerin fragte die Kinder am 1. Schultag:“Wer freut sich auf die Schule?“ Alle Kinder außer Maximilian zeigten auf. Dann fragte sie:“Wer freut sich nicht auf die Schule?“ Nur Maximilian hab die Hand. „Stark“ meinte sie.

Ja, das ist mein ehemaliges Tageskind Maximilian! Er hat so viel Charme, besitzt ein großes Herz, ist grundehrlich und sehr intelligent – er wird die Schule gut schaffen, da bin ich sicher!

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Elisabeth.