Wir gehen in den Park. Nina ist auf Urlaub und so bin ich mit zwei Kindern unterwegs.

  • Zuerst möchte BENJAMIN (3 1/2 Jahre) alleine auf der Doppelwippe ganz wild schaukeln. Aber DOROTHEA (2 1/2 Jahre) möchte auch. Sie hat ja eine große Schwester und ist das gewöhnt. Ich helfe ihr hinauf und sie haben großen Spaß.
  • Benjamin läuft ins Kinderhaus, Dorothea kommt auch und dann ruft er mir zu:“Tante Sissy, komm´ doch endlich!“ Als ich hineingehen will, meint er :“Du mußt da sein und wir müssen drinnen sein:“ Ich frage dann durchs Fenster:“Wer wohnt denn da? „Ich bin Frau Koch!“gibt Dorothea Auskunft. „Ich will Müsli!“ sagt Benjamin. „Ein Ei gib mir“ verlangt Dorothea. Ich finde zwei Bockerln und einen Tannenzapfen. Ich erkläre ihnen den Unterschied, aber es bleiben Eier. Benjamin meint:“Ist das ein großes Ei für mich!“ Dann reibe ich die Enden der Bockerl und lasse sie riechen, „So riecht der Wald!“ erkläre ich ihnen. „Was möchtest du, Benjamin“, frage ich später. „Ein Eis!“ Als ich ihm ein Bockerl gebe fragt er:“Ist das Eiscream?
  • Auf einmal ist Benjamin verschwunden. Er hat sich wieder einmal versteckt. Wir rufen und suchen ihn. Das spielt er am allerliebsten.

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Auf der Wiese finde ich das erste vierblättrige Kleeblatt meines Lebens!!! „Du mußt nur gut schauen“, sagte meine Großmutter immer. Sie fand bei jedem Spaziergang Eines für mich. Endlich ist es mir auch gelungen!

  • Als wir zum Kraxelbaum gehen meint Dorothea:“Wir sind im Wald.“ Benjamin kann ja schon so gut klettern. Ich singe das Lied:DER KUCKUCK UND DER ESEL. Als das Lied zu Ende ist, sagt Dorothea:“GINGALLEIN, bitte!“Ich beginne mit:“HÄNSCHEN KLEIN, GING ALLEIN….“
  • „Ein Eichhörnchen, schau!“ ruft Benjamin. Wir beobachten zuerst zwei junge lustige Eichkatzerln und das Eine beobachtet uns später noch lange .“Das erzähl ich meiner Mama“, meint Benjamin. Dorothea kommt zu mir:“Ich mag deine Hand“sagt sie. Ganz fest nimmt sie dann meine Hand in ihre und zieht mich. „Wo möchtest du hin“, frage ich sie. „Zum Rucksack, eine Eiswaffel, bitte!“ Die Reiswaffeln sind eine praktische Notration bei unseren „Ausflügen“.
  • Ich schlage vor, zum Baum mit den großen lila Glockenblumen zu gehen. Der Wind hatte einige auf die Wiese geblasen. Wir riechen ausgiebig. Sie duften himmlisch! Benjamin helfe ich auf den Baum mit der Astgabel. Er ist sehr eng und ich gehe mit Dorothea zum dicken Baum.
  • Am Weg kommen wir beim Baumstumpf vorbei. Beide stellen sich hinauf. Dorothea ruft:“Da ist Platz für alle Kinder!“ Sie strahlt mit ihren großen, dunkelbraunen Augen. Benjamin springt schnell vom Baumstumpf herunter. Dorothea will beide Hände von mir und steigt noch vorsichtig. Beim nächsten Mal braucht sie nur mehr eine Hand. Sie lächelt mich an, reicht mir ein Gänseblümchen und sagt:“Für dich!“

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  • Dann laufen beide Kinder zur großen Wippe und schaukeln harmonisch mit kleinen Debatten zwischendurch. „Schau mal, Tante Sissy. das ist ganz wild“ erklärt mir Benjamin. „Wir tun die Eier kaputtmachen, oder?“ fragt Benjamin seine Spielgefährtin. Sie wippen noch immer gemeinsam. Benjamin ruft mehrmals.“Dorothea. Dorothea,“ „Komm gleich, komm gleich.“ vertröstet sie ihn.
  • Weil Dorothea so ein musikalisches Kind ist, singt sie nach dem Wickeln:“ Ich bin müde, ich bin müde…“
  • Als wir heimkommen, stellt Benjamin fest:“Hab´gut auf den Stock aufgepaßt,“ den er im Park gefunden hat. Dorothea setzt sich auf das Rutschauto. „Das ist Meines!“ ruft Benjamin. Sie überläßt ihm das Auto und nimmt das Holzgefährt. Benjamin freut sich und fährt mit dem Auto weiter. Als ich drinnen meinen Notitzzettel vervollständige, höre ich ein harmonisches:“Was meinst du, Dorothea?“ Ich schaue, was sie draußen machen. Dorothea spielt in der Sandkiste. Benjamin ruft aus der Ecke:“ Ich bin da, Dorothea, ich bin hinter dem Busch da!“ Er ist wieder einmal hinter unserem Kirschwacholder versteckt.
  • Nach dem genußvollen Händewaschen – „Hmm, die riecht gut, die Seife!“ – wird drinnen weitergespielt, während ich das Mittagessen vorbereite.

Ein Vormittag in der Natur – von Elisabeth.