Ich lernte ihn mit drei Jahren kennen. Er hatte einen schlechten Start im Kindergarten gehabt und durch eine Bekannte seiner Mutter kam er zu mir. Er war ein sehr großes Kind. Er erinnerte mich sehr an Clemens, meinen Jüngsten. Diese Kinder werden oft überfordert, weil die Erwartungshaltung der Umgebung viel zu groß ist. Der Hauptschuldirektor meinte damals beim Elternsprechtag zu mir:“ Wenn ich in sein Gesicht schaue, sehe ich den Teddybär, der er ja noch ist.!“ Vielleicht konnte ich durch diese Erfahrungen besonders viel Verständnis für Lukas aufbringen.

FLICKR-FOTO von Heart felt.

Tagebuchnotitz vom Februar 2003:

„Seit einem Monat kommt Lukas wieder zu uns. Er hatte im Kindergarten so schlechte Erfahrungen gemacht. Lukas ist anstrengend, sehr unruhig und großteils laut. Er ist irgendwie noch nicht gleichmäßig ausgereift. Ich bemühe mich, ihm meine Liebe zu geben und seiner Mutter, die auch sehr verletzt ist, nur die „guten Dinge“ zu erzählen. Heute bekam ich meinen „Lohn“:

Nicht lange, nachdem Lukas stolz mit seinen selbst bemalten Eiern von seiner Mama abgeholt worden war, rief sie an. Sie möchte mir gerne das gute Feedback mit auf  Urlaub geben. Lukas wurde von einem behinderten Buben im Kindergarten geschlagen. Er sagte damals zu seiner Mutter, er braucht jemanden, der seine Seele heilt. Die Mama kann das aber nicht sein!

Seine Mama erzählte auch, daß er sich schon am Abend auf denTante Sissy Tag freut. Heute berichtete er seiner Mama, was er erlebt hat, daß es so schön im Park war und daß Gabi´s Jakob jetzt sein Freund ist. Er meinte dann auch noch, daß ich sein DOKTOR FÜR DIE SEELE bin.

Elisabeth.