Vorige Woche zeigte ich den Tageskindern meine drei russischen Holzpuppen, auch Babuschkas genannt. Sie waren ganz fasziniert.

Donnerstag früh kam HANNAH schon kurz nach 7 Uhr zu mir. SIMON wird immer erst um 9 Uhr gebracht. So gingen wir ins Wohnzimmer und Hannah nahm sich zwei Babuschkas.

FLICKR-FOTO von Krusenstern.

HANNAH wird Ende Jänner zwei Jahre alt. Sie ist ein temperamentvolles, sehr vifes Mädchen. Von ihrer großen Schwester hat sie schon viel gelernt. Sie ist aufmerksam, motorisch sehr gut entwickelt und für jeden Spaß zu haben.

Sie setzte sich gemütlich auf die Hüpfmatratze, ich streckte mich aus und beobachtete sie. Hannah nahm die Puppen nacheinander auseinander. Die herabfallenden Hälften bewahrte sie sorgsam zwischen ihren ausgestreckten Füßen. Ihre kleinen Finger arbeiteten präzise. Das war lieb anzuschauen. Bei jeder neu ausgepackten Holzpuppe sagt sie:“ SCHAFFT, SCHAFFT…“ Wenn das kleine Baby zu sehen war, freute sie sich und nahm es stolz in ihre kleine Hand.

Beim Zusammensetzen fragte sie jedesmal sicherheitshalber:“DAS? DAS? Wenn die Babuschka fertig zusammengesetzt war, rief Hannah:

„GAVO! GAVO!“

Über 20 Minuten war sie ganz konzentriert mit den Puppenbeschäftigt.

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Unsere HANNAH kann aber auch ein kleines Raubtier sein. Wenn sie müde , oder besonders gefordert ist, kommt es vor, daß ihre kleine Hand so schnell im Gesicht des nächsten Kindes ist und zupackt. Besonders beim Eingewöhnen war ich gefordert. Einmal bekam ich auch einen Kratzer ab.

FLICKR-FOTO von Lilia 73.

Am Dienstag stritten HANNAH und SIMON um die Handpuppe, das Glücksschwein, das DOROTHEA mir geschenkt hatte.

SIMON ist ein in sich ruhendes, zufriedenes, ausgeglichenes Kind. Er ist freundlich, defensiv, technisch sehr interessiert, feinmotorisch sehr tüchtig….

Jedenfalls stand ich daneben, als Hannah ihn auf der Wange kratzte. Ich schimpfte mit ihr, erklärte ihr, daß man das nicht tut… Sie lächelte und ließ ihren Charme spielen. Es ist ein eingefahrenes Verhaltensmuster, das sicher verschwindet, wenn sich Hannah besser verbal ausdrücken kann, denke ich.

Alle drei Mütter kamen gleichzeitig, um ihre Kinder abzuholen. So war das Berichten schneller erledigt.

Es war gut, daß am Donnerstag Hannah und Simon wieder da waren. Simon´s Mama kam zu uns herein und setzte sich mit ihm auf dem Schoß. Sie umschlang Simon und ich spürte, wie sie ihn beschützen wollte. Nach ca. 10 Minuten ging sie fort.

Als wir dann Jause aßen, saß Simon neben Hannah auf der Kinderbank. Hannah sah jetzt ganz genau den dicken, roten Streifen auf Simon´s Wange. Sie vergewisserte sich:“HANNAH MACHT?! Als ich bejahte, fragte sie:„WEH TUT?“ Wir sprachen wieder darüber und später cremte ich Simon´s Wange ein. Ich hoffe sehr, HANNAH hat daraus gelernt. Ich sowieso.

Elisabeth.