Natürlich kommt das auch vor, daß der Tag so beginnt. Da wende ich das Patent meiner Schwiegermutter an, die ein Experte war im Ablenken, Thema wechseln… Früher habe ich dieses Verhalten als unehrlich empfunden, aber inzwischen weiß ich, daß Ablenkung wirkt.

  • WASSERFARBENMALEN kommt oft gut an. Die Farben wirken auf unsere Energiezentren positiv. Es ist auch für die Kinder selbst faszinierend, was da entsteht. Auch wenn man die Hände oder Füße bemalt und Abdrücke macht, ist das besonders für ältere Kinder ein Spaß. Laura´s  Mama  hat daraus entzückende Billetts für die Großeltern gefertigt.

FLICKR-FOTO von wesley jeanne.

  • ETWAS VORZEICHNEN – das mögen die Kinder sehr. Einfach verfolgen, wie ein bestimmtes Ding entsteht. HANNAH: „Machst du an Esl?“ Ich meinte, „Den kann ich glaub´ich nicht.“ Hannah darauf: „Ich schon, schau ich zeig dir das!“
  • TEIG- oder PLASTILLIN KNETEN ist auch ein Hit in dieser Situation.
  • KERZEN AUSBLASEN lieben die Tageskinder sehr. Das Feuer der Kerze reinigt die Aufmerksamkeit, es befreit von Gedanken. Das spüren wir besonders an der Faszination eines Lagerfeuers. Mit den Streichhölzern mache ich manchmal „FLUSCHER“ , das gefällt den Großen.
  • KUCHENBACKEN fasziniert besonders SIMON, der auch leidenschaftlich gerne Kuchen ißt. Schon beim Herrichten und Auswiegen der Zutaten beginnt das Kosten. Ob das die Butter ist, das Mehl oder der Zucker…
  • SEIFENBLASEN nehmen auch sehr schnell die ganze Aufmerksamkeit der Tageskinder in ihren Bann und retten damit die Situation.
  • EINE HANDPUPPE hat mir auch schon oft geholfen. Ich dachte immer, ich muß einen Kurs für diese Fertgkeit machen. Aber egal was ich sage, die Kinder schauen nur mehr auf den Kasperl zum Beispiel und akzeptieren ihn. Auch das große rosa Plüschschweinderl von DOROTHEA wird geliebt.
  • ERBSEN AUSLÖSEN rettete die Situation, als HANNAH streikte. Meine Tante gab mir von ihrem Erbsenfeld etliche Schoten mit. War das interessant:  Zuerst das Knacken der Schote, dann beim Auseinanderziehen, wie links und rechts die einzelnen Erbsen ihren eigenen Platz haben…. Kosten wollte Hannah nicht, sie erklärte mir gleich, daß wir sie zuerst kochen müssen!

Die Eltern freuen sich dann, wenn die Wogen geglättet sind, über einen kurzen Anruf, eine SMS oder manchmal sogar ein „Beweisfoto“ vom Handy.

Elisabeth.

Heute kam HANNAHS Frust erst später, als sie erfuhr, daß SIMON und ELIAS nicht kommen. Die beschriebenen Vorschläge wurden nicht angenommen. Als ich ihr anbot in den Wald zu gehen, sagte sie sofort „JA!“

Wir waren gut für jegliches Wetter gerüstet und marschierten auf den Liechtenstein zum Kinderspielplatz. Sooo viele Weinberg- und Schnirkelschnecken waren auch unterwegs. Riesige Sonnenkäferfamilien nutzten die ersten warmen Strahlen aus. HANNAH war begeistert. Der große Kinderspielplatz wurde von einigen Schulklassen belagert. So gab es viel zu schauen. Die gute Luft war Medizin für uns beide.

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So eine krasse Situation wie heuer im Herbst hatte ich in meiner langen Tagesmuttertätigkeit noch nie.

SIMON kommt ja schon mehr als ein Jahr zu mir. Er ist ein sehr ausgeglichenes, friedliches Kind. Technische Dinge ineressieren ihn sehr. Er liebt kleine Spielsachen mit mehreren Funktionen. Mit der lebhaften HANNAH paßt er super zusammen.

Als ich einen Anruf bekam, daß sich ELIAS bei seiner Tagesmutter überhaupt nicht eingewöhnen kann, entschloß ich mich, einzuspringen. Da kam ein Energiebündel ins Haus, daß SIMON enorm forderte. Seine Mama meinte, er soll nur lernen mit  so lauten, wilden Kindern zurechtzukommen.

Ab da begann der Morgen mit einem weinenden Simon. Das war schon anstrengend für mich.

SIMON fragte :“Wer kommt denn heute, Tante Sissy?“ „Der Elias“, gab ich zur Antwort. Simon´s Kommentar: „Den mag ich nicht, der soll zu Hause bleiben!“

Mit der Zeit wurde es immer besser, weil Elias auch „abgeschliffen“ wurde.

Nach 3 Wochen meinte SIMON: „Mir gfallt der schon, der ELIAS!“

Elisabeth.