Beim Praxisgespräch der Tagesmütter gab es eine Anfrage:

Eine  Professorin der Universität Wien – Fakultät für Psychologie – sucht Tagesmütter, die bei der

STUDIE ZUR QUALITÄT DER TAGESMÜTTERBETREUUNG 

mitmachen wollen.

Ich meldete mich sofort an. Da gibt es sicher was zu lernen, dachte ich.

In einem  Brief wurde ich auf das Kommende vorbereitet:

Liebe Tagesmutter!

Haben Sie herzlichen Dank für Ihr Interesse an unserer Studie mit 1 bis 2-jährigen Tageskindern. In der Forschungsstudie sind zwei Termine vorgesehen. Wann diese stattfinden, können Sie mit unserer Kollegin bestimmen. Der Zeitaufwand beträgt jeweils ca.2 Stunden.

Wir wollen das Kind beobachten, einen Ausschnitt seines Spielverhaltens videografieren und ihm kleine Spielaufgaben stellen.

Inhalt der Beobachtung sind dabei folgende Fragen:

  • Wie erkundet das Kind das Betreuungsumfeld?
  • Wie stark braucht das Kind die Betreuungsperson?
  • Wie verhält sich das Kind in Bezug auf das Angebot innerhalb der Betreuung?
  • Wie klug meistert es alltägliche Herausforderungen und kleine Problemlöseaufgaben?

Anschließend haben wir einige Fragen an Sie, die Ihre Arbeit, aber auch das Kind in seinem Verhalten und mit seinen Lieblingsaktivitäten betreffen.

Sie haben die Möglichkeit, sich nach der Untersuchung mit uns hinsichtlich eines Feedbacks auszutauschen.

Sämtliche Daten, die im Rahmen der Studie gesammelt werden, werden anonymisiert ausgewertet. Die an der Studie mitarbeitenden Forscherinnen unterliegen der Verschwiegenheit – sowohl gegenüber dem N.Ö.Hilfswerk als auch anderen Personen und Institutionen.

Wir freuen uns auf einen Besuch bei Ihnen!

Mit freundlichen Grüßen

Univ.-Prof. DDr.Lieselotte Ahnert (Leitung)

Marion Liszt (Projektmanagement) + Das Forscherteam

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Mein Tageskind DENISE wurde für dieses Projekt ausgesucht.

FLICKR-FOTO von Heart felt.

Ihre Eltern waren einverstanden  und wurden auch miteinbezogen. Zuerst besuchten zwei Studentinnen die Eltern von Denise. Es gab viele Fragen, Speicheltests um ihren Streß zu messen, bevor und nachdem sie bei mir war. Auch etliche Fragebögen und Tabellen mußten begeitend ausgefüllt werden.

Am 13.07.2009 kamen zwei junge Frauen: Marion und Tina als „STILLE BEOBACHTER“ für 3 Stunden zu uns. HANNAH, DENISE und ELIAS waren wie Vorzeigekinder. Das Wetter war sonnig und so hatten wir auch unseren Garten als Spielplatz.

Am 3.07.2009 war der zweite Termin mit Videoaufnahmen.

HANNAH, MAYA und DENISE spielten sehr lieb miteinander. Nur einmal, als Hannah so richtig bemerkte, daß sie nicht im Mittelpunkt war, begann sie zu weinen. Dieser „Teil“  wurde nicht gefilmt, aber man erkennt an den nachfolgenden Sequenzen, daß es Hannah nicht gut geht. Für mich war es schon sehr aufregend in diesen 3 Stunden alle Wünsche zu erfülen.

Als die Tageskinder abgeholt waren, gab es eine erholsame Pause mit Kaffee und Schinkenbrot. So bewirtet seien sie noch nie geworden, meinte Tina. Sie und ihre Kollegin fragten mich auch, wie ich es schaffe, so auf die Tageskinder einzugehen. Ich erzählte dann, daß ich schon 20 Jahre regelmässig meditiere. Es war ein sehr interessantes Gespräch.

Ich erhielt dann noch als Hausaufgabe eine dicke Mappe mit Fragebögen zum Ausfüllen. Eine Woche hatte ich Zeit dafür.

Am 6.08.2009 kam Tina von der Uni, übernahm die ausgefüllten Fragebogen und machte anschließend mit mir das Interview auf Tonband. Ich erkannte durch diese Reflexion

  • wieviel Arbeit ich bewältige,
  • wieviel ich schon erreicht habe,
  • wie sehr der Beruf ins Privatleben eingreift,
  • wieviel ich aus dieser Tätigkeit gelernt habe,
  • wie wichtig mir die Tageskinder sind,
  • wieviel Freude und Liebe fließen…

Als am Ende der Befragung die Worte:“DANKE für das Gespräch“ fielen, dachte ich an die Radiosendung am Sonntag. „FRÜHSTÜCK BEI MIR“

Genau vor Weihnachten kam das Geschenkspaket mit der Post:

Ein DVD mit dem Video bei uns und

ein Vorabdruck des interessanten Buches von Frau DDr. Lieselotte AHNERT

WIEVIEL MUTTER BRAUCHT EIN KIND?

BINDUNG -BILDUNG -BETREUUNG:

öffentlich und privat

Die Kernaussage des Buches war für mich:

Es ist so wie bei allen Dingen. Die besten Ideen sind nur so gut, wie die Personen, die sie umsetzen.

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Im Dezember bekam ich einen Anruf, es wird noch ein Interview mit mir gewünscht. Wir werden im Jänner einen Termin vereinbaren. Thema:“Wie geht es mir als Tagesmutter?“

Elisabeth.