WIE WICHTIG IST MUSIK FÜR KINDER?

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KONZERT IN GMUNDEN AM TRAUNSEE

Auszug aus einem Interview von

Nikolaus Harnoncourt (85 Jahre alt) – Mächtigster Dirigent unserer Zeit

und  Lang Lang ( 32 Jahre alt) – Popstar der Klassik

in der Zeitschrift NEWS vom November 2014 (46/14):

Dass die beiden je zueinander finden könnten, hielt man lang für unmöglich. Aber der strenge Altmeister aus Österreich und der junge Superstar, der in New York und Peking lebt, sind einander in Zuneigung verbunden.

1.Wie bildet man ein Kind heran?

Lang Lang: Es beginnt im Mutterleib. Mozart zu hören, ist überhaupt das Beste.

Harnoncourt: Man kann einem Kind alles geben, was Musik erzeugt. Das halte ich schon für genug.

2.Im österreichischen Schulunterricht wird die Musik marginalisiert.

Harnoncourt: Ja, das ist eine Katastrophe. Es ist ein Menschenrecht, daß die Fantasie ebenso geschult wird, wie die andere Gehirnhälfte.

2. Wieviele Musikstudenten gibt es in China?

Lang Lang: 100 Millionen.Jede öffentliche Schule hat ihre Musikklasse. Nicht nur in China hat man begriffen, wie wichtig das ist. Auch in Venezuela, Brasilien, Mexiko wurde Musikerziehung ein Teil der sozialen Erziehung.

3. Meinen sie, daß jedes Kind ein Instrument spielen sollte?

Lang Lang: Ja, es lohnt sich in jeder Hinsicht. Für mich ist Musikerziehung wie das Lernen einer Sprache, die dazu inspiriert, kreativer zu sein, mehr Fantasie, aber auch mehr Disziplin zu mobilisieren. Sie gibt Einfühlungsvermögen im Herzen und bei der Arbeit.

Harnoncourt: Ein Kind muß Dinge selbst tun, nicht konsumieren. Man singt mit ihm, erzeugt etwas mit Ton, spricht mit ihm, nur aus Spaß am Sprechen. Jeder sollte spielen wie ein Kind, von der Kindheit bis zum Tod.

Elisabeth.